
Zivile Konfliktbearbeitung gründet auf der Idee der Konfliktbeilegung durch die Schaffung von Akzeptanz und Respekt bei allen beteiligten Konfliktparteien. Dabei geht das Konzept davon aus, dass Konflikte, solange sie nicht unter Einsatz von Gewalt ausgetragen werden, durch Interessenausgleich und Kompromissfindung beendet werden können.
Diese Herangehensweise hat bereits Einzug in die Praxis gehalten. Im Jahr 1998 wurde der Zivile Friedensdienst ins Leben gerufen. Im freiwilligen Einsatz stehen ausgebildete Friedensfachkräfte beratend und unterstützend den Konfliktparteien zur Seite. Während ihres Einsatzes versuchen sie, die Kommunikation bzw. den Dialog zwischen den streitenden Parteien (wieder-)herzustellen, die örtlichen Friedenskräfte aller beteiligten Konfliktparteien zu stärken und gegebenenfalls zivilgesellschaftliche Strukturen aufzubauen.
Die Projektgruppe Zivile Konfliktbearbeitung Rhein-Main (ZKB) hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Konzept der Zivilen Konfliktbearbeitung bzw. des Zivilen Friedensdienstes bekannter zu machen und zu seiner Weiterentwicklung beizutragen. Die Landeszentrale für politische Bildung unterstützt die Projektgruppe bei Ihrer Arbeit. Ihr gehören - neben der Landeszentrale für politische Bildung - die pax christi-Stellen der Bistümer Mainz und Limburg, das Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau, das Bildungswerk Hessen der DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen) und das Referat Weltmission/Gerechtigkeit und Frieden im Bistum Mainz an.
In einer Veranstaltungsreihe der Projektgruppe Zivile Konfliktbearbeitung Rhein-Main wurde am Beispiel einzelner Weltreligionen untersucht, welche Friedenspotenziale den Religionen innewohnen (2015). Leitfrage hierbei war, wie Religionen zu friedlicher Konfliktlösung beitragen können. Danach (2016) war das Thema "Zivil statt militärisch. Instrumente gewaltfreier Intervention" Veranstaltungsschwerpunkt. 2017/2018 nahm die Projektgruppe Zivile Konfliktbearbeitung Rhein-Main weiter neue Ideen und Ansätze der Friedens- und Konfliktforschung in den Blick. Hierbei stellten jüngere Kolleginnen und Kollegen aus der Forschung aktuelle Ansätze und Arbeiten vor, auch um zu einem Austausch über die Fachbereichsgrenzen hinweg und zum Dialog von Theorie und Praxis beizutragen. Schwerpunktthema 2019 war die Rolle der Medien bei der Zivilen Konfliktbearbeitung. 2020 und 2021 diskutierte die Projektgruppe Zivile Konfliktbearbeitung die Rolle von Frauen in Friedensprozessen. Im Jahr 2024 diskutierte die Projektgruppe das Streitthema "Frieden - Welche Zukunft hat die Friedensbewegung?". Danach und derzeit wurden bzw. werden weitere aktuelle und zurückliegende Beispiele Ziviler Konfliktbearbeitung sowie auch grundsätzliche Fragen der Zivilen Konfliktbearbeitung diskutiert.

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