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Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz

Das NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz, die Gedenkstätte KZ Osthofen und die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert haben unter www.gedenkarbeit-rlp.de einen eigenen Internetauftritt.

 

Gedenken und Mahnen im Land

Auf regionaler und lokaler Ebene sind in Rheinland-Pfalz verschiedene Institutionen, Initiativen und Gruppen in der Gedenkarbeit tätig. Viele davon sind organisiert in der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz.

 

Memorator

"Memorator" ist ein Produkt der Arbeitsgemeinschaft „Politische Bildung in der Großregion“. Das Territorium von Memorator ist die Großregion: das Saarland, Rheinland-Pfalz, das Großherzogtum Luxembourg, die Departments Moselle, Meurthe-et-Moselle, die französischsprachige Wallonie und Ostbelgien. "Memorator" reiht sich nicht in die Folge von Internetseiten zu historisch-politischen Erinnerungsorten ein. Es ist ein Portal , das die Vielfalt bereits bestehender Angebote historisch-politischer Bildung in der Großregion in einer übersichtlichen und visuell-spielerischen Art und Weise sichtbar macht. Memorator zu nutzen, heißt: Orte zu suchen, Geschichte zu finden und Demokratie zu verstehen. Hier der Link: https://memorator.eu/

Lernort Gestapo Neustadt

Konrad-Adenauer-Straße 10 in Neustadt an der Weinstraße – hier hatte von 1937 bis 1945 die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Neustadt an der Weinstraße ihren Sitz. Die Gestapo war in der NS-Diktatur verantwortlich für die Observierung, Verfolgung und Ermordung von Personen, die nach der rassistischen und völkischen Weltanschauung der Nationalsozialisten als Gegnerinnen und Gegner des Regimes begriffen wurden. Die Gründe für die Verfolgung waren vielfältig: Unter anderem konnten Beziehungen von Zwangsarbeitern zu deutschen Frauen, kritische Äußerungen über das NS-Regime, oder das Hören von Feindsendern sowie Planungen zum „Hochverrat“ u.v.m. zu Verhaftungen führen. Zu den Aufgaben der Gestapo gehörte allgemein die Überwachung der Bevölkerung. Diese richtete sich jedoch nicht nur gegen Jüdinnen und Juden, an deren Deportationen die Gestapo maßgeblich beteiligt war, sondern auch gegen all jene, welche in der NS-Diktatur als „Gemeinschaftsfremde“ galten, wie Sinti und Roma, „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und viele mehr. Allwissend war die Gestapo hierbei bei weitem jedoch nicht. Allerdings erhielt sie durch die Mitarbeit von sog. „Vertrauens- oder Verbindungs-Leuten“ („V-Leuten“), durch Denunziationen oder durch Zuarbeit von anderen Behörden Kenntnis über verschiedene Vorgänge. Die Gefahr, jederzeit in das Visier der Gestapo zu geraten, war somit durchaus real.

In der damaligen Luitpoldstraße 10 wurden die oberirdischen Räume des Gebäudes als Büros genutzt. Im Keller befand sich neben Luftschutzräumen für die Mitarbeitenden das Hausgefängnis, in dem die Gestapo Neustadt verhaftete Personen inhaftierte, sofern diese nicht in das Amtsgerichtsgefängnis in Neustadt gebracht wurden. In den Haftzellen im Keller der heutigen Konrad-Adenauer-Straße 10 wurden zwischen 1937 und 1945 vermutlich insgesamt 3.618 Personen festgehalten. Die gefürchteten Verhöre fanden im gegenüberliegenden Garagengebäude im ersten Stock statt. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten, dass man die Schreie der gefolterten Menschen bis auf die Straßen der Neustadter Innenstadt gehört habe.

2026 wird in den Kellerräumen der ehemaligen Staatspolizeistelle der „Lernort Gestapo Neustadt“ eröffnet, in dem das System der Gestapo Neustadt, Biografien von Täterinnen und Tätern sowie die Schicksale von Verfolgten näher beleuchtet werden. Dabei werden auch Reproduktionen ausgewählter Personenakten der Gestapo Neustadt aus dem Landesarchiv Speyer öffentlich zugänglich gemacht. Sie geben bewegende Einblicke in die Schicksale der Inhaftierten und Verfolgten.

Der entstehende Lernort gehört zur Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, die eng mit der Stadt Neustadt an der Weinstraße zusammenarbeitet.

Kontakt:
Annika Heinze
info@remove-this.lernort-neustadt.lpb.rlp.de oder telefonisch unter 06242-910816.

Fotos Copyright: Landeszentrale für politische Bildung RLP

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