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Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert - Internationale Erinnerungsfeier

Zur jährlichen Internationalen Erinnerungsfeier für die Opfer des Naziterrors im SS-Sonderlager/ KZ Hinzert der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB), der Amicale des Anciens de Hinzert Luxemburg und des Fördervereins Gedenkstätte KZ Hinzert e.V. kamen am Samstag, 20. September 2025 viele Gäste in die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert um der Opfer des KZs zu gedenken. Unter ihnen waren auch Angehörige der ehemals nach Hinzert Deportierten aus Luxemburg.

Foto: HeikeRost.com

Foto: HeikeRost.com

Das Grußwort sprach Alexander Schweitzer, Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz. Er betonte: „Die Gedenkarbeit ist eine wesentliche Säule unserer politischen Bildung im Land und liegt der rheinland-pfälzischen Landesregierung sehr am Herzen. Die heutige Gedenkfeier in Hinzert steht für Verantwortung, Erinnerung und Mahnung. Sie ist ein Zeichen für Menschlichkeit und eine wertvolle Tradition, die wir gemeinsam über die Grenzen hinaus jährlich leben. Sie erinnert uns an die unschätzbare Bedeutung des Friedens in Europa und daran, dass wir jeden Tag gefordert sind, für unsere Demokratie einzustehen. Auch in Zukunft wollen wir an unseren landesweiten Gedenkstätten die Verbrechen der NS-Diktatur aufarbeiten und sichtbar machen. Gleichzeitig wollen wir auch lebendige Orte jüdischen Lebens und Lebensorte anderer verfolgter Gruppen in Rheinland-Pfalz weiter fördern, um so Aufklärungsarbeit an originären und authentischen Orten erlebbar zu machen.“

Dr. Sarah Scholl-Schneider, stellvertretende Direktorin der LpB: „Von 1939-45 wurden im SS-Sonderlager/KZ Hinzert 10.000 Männer, der jüngste 14 Jahre alt, unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert, nicht ausreichend ernährt, ihre Arbeitskraft rücksichtlos ausgebeutet, viele ermordet.

Möglich machte das ein Unrechtsregime, das die Wahl- und Freiheitsrechte der Demokratie missbrauchte, um sie abzuschaffen und mit der Verfolgung Andersdenkender und aus der sogenannten Volksgemeinschaft herausdefinierter Personen ein Regime von Angst und Terror installierte. Möglich machten das Tausende, die sich in den Dienst des Regimes stellten und Millionen, die wegsahen. Setzen wir hier ein Zeichen für das Gedenken und die weitere Aufarbeitung: Nie wieder!“

Die Gedenkansprache hielt der Minister für innere Angelegenheiten in der Regierung des Großherzogtums Luxemburg, Léon Gloden.

Die musikalische Gestaltung der Feier übernahmen Gerd Elsen (Bass) und Mark Schelzke (Klavier) aus Luxemburg.

Um 14 Uhr schloss sich eine Messe der luxemburgischen Amicale des Anciens de Hinzert (Freundeskreis der ehemaligen Hinzert-Häftlinge) vor der Kapelle der Gedenkstätte an.

Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert

bestand von 1939 bis 1945. Ursprünglich Polizeihaftlager, dann „Arbeitserziehungslager“ für im NS-Sinne ‚straffällig gewordene‘ Westwall-Arbeiter wurde es während des II. Weltkriegs ein Konzentrationslager für Deportierte aus von der Wehrmacht besetzten Ländern. Das Lager bestand bis März 1945, als es kurz vor Anmarsch amerikanischer Truppen teilweise geräumt wurde. Die meisten Gefangenen wurden zu Fuß unter Bewachung auf einen Todesmarsch zum KZ Buchenwald geschickt.

Gesichert sind auf Grund der Forschungen mindestens 321 Todesfälle im Hinzerter KZ. Es konnten aber wohl nach Kriegsende nicht alle Opfer gefunden werden.